http://www.vor.ru/German/A_thema/athema.htm

DER WESTEN UND DIE TERRORAKTE IN RUSSLAND

In den ersten beiden Tagen dieser Woche standen in ganz Russland die Staatsflaggen auf Halbmast zum Gedenken an die Opfer des Terrors in der ossetischen Stadt Beslan. Hierzu Gedanken von Juri Igrinjow.

Gemeinsam mit Russland trauern auch unsere ausländischen Freunde um die unschuldigen Opfer des Terrors. Wir sind für eine jede Bekundung solcher Gefühle in der Ukraine und in Saudi-Arabien, in Frankreich und den USA, in Deutschland und in Israel, im Iran, in England und anderswo dankbar. Unserer Aufmerksamkeit entgehen indessen aber nicht jene
Versuche, die Tragödie in Beslan für eine Verleumdung Russlands auszunutzen. Empörend war zum Beispiel die mentorenhafte Forderung der EU-Führung an Moskau, "eine Erklärung für die so hohe Anzahl der Opfer in Beslan abzugeben". Nicht Moskau, sondern die EU-Strukturen sollten eine Erklärung abgeben, warum in den EU-Ländern die Banditen aus Tschetschenien weiterhin aufgenommen werden. So in Dänemark und Polen, in Deutschland und
England. Die EU sollte uns auch erklären, warum die Massenmedien in den EU-Ländern eine Propaganda zur
Reinwaschung der Banditen aus Tschetschenien betreiben, indem sie diese als "erwünschte Gäste", als "Freunde" und "Rebellen" bezeichnen. Ohne ein solches politisches Hinterland hätten sich die Banditen nie zu ihrem teuflischen Verbrechen in Beslan entschlossen. Uns ist auch bekannt, dass zum Beispiel dieser Tage in Berlin auf der Straße Unter den Linden die Einwohner bei einer Manifestation an die Behörden und die Massenmedien appellierten, ihre Heroisierung der Terroristen aus Tschetschenien einzustellen. In einem Flugblatt, das auf diesem Meeting verteilt wurde, heißt es, dass die Banditen als Rebellen und Freiheitskämpfer bezeichnet würden. Aber es handele sich in Wirklichkeit um Mörder, die für ein Entgelt Wohnhäuser, Metrostationen, Reisezüge und Flugzeuge sprengen und die sogar Entbindungskliniken und Schulen besetzen. Den ihnen als Geiseln in die Hände fallenden Kindern schneiden diese "Rebellen" Finger ab, und Erwachsene werden von ihnen enthauptet. Kein einziger Soldat würde sich dazu hergeben, flüchtenden Kindern in den Rücken zu schießen oder die Kinder als lebendigen Schutzschild zu benutzen. Auf dem Flugblatt steht, dass Derartiges nur Halunken, Verbrecher und
Terroristen tun würden. Der russische Botschafter in Berlin Wladimir Kotenjew erklärte, dass die Position der deutschen Behörden, die nicht auf die Forderungen aus Moskau nach Auslieferung jener sich in Deutschland aufhaltender Tschetschenen reagieren, die voller Stolz und in Details vor den hiesigen Fernsehkameras berichten, wie sie russische Soldaten erschossen haben, Befremden auslösen würden. Unser Botschafter war in seinen Äußerungen
diplomatisch. Um es deutlich zu sagen, geht es hier um eine offene Unterstützung der Terroristen aus Tschetschenien auf deutschem Boden. Nach den Angaben des Gewerkschaftsvorsitzenden der Polizei Konrad Freiberg leben in der BRD gegenwärtig mindestens 50 Ausländer, die Sprengstoff-Fachleute sind. Sie alle haben eine Ausbildung in den Lagern der "Al-Kaida" erhalten. Dutzende Kilometer südlich von Berlin gibt es ein Übungsgelände, wo diese Fachleute jenen das Minenlegerhandwerk beibringen, die dann im Süden Russlands auftauchen. Mich würde nicht wundern, wenn im Zuge der Untersuchung der Umstände des Terrorakts in Beslan Fakten auftauchen, dass die Banditen auf diesem Gelände in Deutschland eine Ausbildung erhielten. Eine solche Vermutung lassen auch einige Umstände der Tragödie im Musical-Theater in Moskau aufkommen, die sich im Oktober des Jahres 2002 ereignete. Es wurde festgestellt, dass sich zwei Mittäter, und zwar der 41-jährige Einwohner von Grosny – ein gewisser Arbi -
und sein 34-jähriger Bruder Ruslan kurz vor dem Terrorakt in Deutschland aufhielten. Dabei nutzten sie einen sogenannten "Schutzpass für Reisen in die BRD", der im Mai 2001 auf Anweisung des deutschen Außenministers Joschka Fischer eingeführt worden war. Diese Anweisung Fischers kann kein Zufall sein, wenn man sich erinnert, dass er gerade im Januar dieses Jahres dem aus London nach Berlin reisenden Achmed Sakajew "persönliche Sicherheitsgarentien" gewährte. Jenem Sakajew, der nach verübten Verbrechen in Tschetschenien in die englische Hauptstadt floh und dort politisches Asyl erhielt. Politisches Asyl erhielt in Großbritannien zudem ein Sponsor der Terroristen in Tschetschenien – der Finanzbetrüger Boris Beresowsli, an dessen Rückführung die russische
Justiz ebenfalls interessiert ist. Ein solches Verhältnis zu Personen, die in Tschetschenien und anderen Regionen Russlands Verbrechen begingen, ist auch in den Vereinigten Staaten von Amerika zu beobachten. Auf diese Tatsache verweisend hat der Sender "Stimme der Islamischen Republik Iran" Ende der vergangenen Woche Folgendes festgestellt: "Die USA, die Russland die Verletzung der Menschenrechte in Tschetschenien vorwerfen, haben
einigen Führern der tschetschenischen Separatisten politisches Asyl gewährt, und das nutzen sie als Hebel für Druck gegen Moskau aus, um es zur Unterstützung der amerikanischen Willkür in der internationalen Arene zu bewegen." Soweit das Zitat. Das ist so, doch in der gegebenen Einschätzung ist das nur ein Teil der Wahrheit. Das Ziel jener politischer Kraft, die wir unter dem Wort "Westen" verstehen, besteht in der Schwächung Russlands und in der Abtrennung möglichst großer Territorien von ihm. Vor allen Dingen geht es um den Nordkaukasus und die Schwarzmeer-Region. Dieses Ziel wäre im Falle ethnischer Konflikte leichter zu erreichen. Der Terrorist, den man in Beslan lebend festnehmen konnte, sagte aus: "Unser Chef, wir nannten ihn Oberst, sagte,
dass man einen Krieg im Kaukasus entfesseln müsse." Diese Aussage bestätigt, dass die Marionetten und Mörder die Anweisung ihrer Auftraggeber ausführten.

"Die Stimme Russlands"
07.09.2004