jw, 31.08.2006 / Inland / Seite 5
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Netzwerk zur Aufklärung
Publizisten wollen 11. September 2001 neu beleuchten
Mit Blick auf den fünften Jahrestag der Terroranschläge in New York
hat sich in Berlin ein Netzwerk zusammengefunden, das der »Aufklärung
der Attentate vom 11. September einen neuen Impuls« geben will. Die von
der Bush-Regierung in Washington beauftragte Untersuchungskommission habe so
gut wie nichts dazu beigetragen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten
Erklärung. Dem Netzwerk gehören bislang 13 Buchautoren, Filmemacher
und Publizisten an, darunter der ehemalige Bundesforschungsminister Andreas
von Bülow (SPD).
»Auch nach fünf Jahren sind die meisten Fragen unbeantwortet, fast alle Widersprüche unaufgeklärt«, sagte der Initiator des Netzwerks, Ronald Thoden. »Mittlerweile ist fast die ganze Welt von politischem Druck und zunehmenden Überwachungsmaßnahmen, einer Ausweitung der terroristischen Gewalt und der Panik betroffen, die den Anschlägen in New York folgten. Auch die Angehörigen der Opfer warten bisher vergeblich auf eine neutrale Untersuchung, die kriminalistisch die zahlreichen unaufgeklärten Widersprüche aufarbeitet.« Das Netzwerk bemängelt u. a., es fehle bislang jeder Beweis dafür, daß wie es die US-Regierung behauptet 19 arabische Attentäter die vier Passagiermaschinen entführt haben. Ungeklärt sei auch, warum die gekaperten Flugzeuge bis zu einer Stunde ungehindert im US-Luftraum operierten, ohne abgefangen zu werden. Mysteriös sei, daß das Gebäude Nr. 7 im Komplex des World-Trade-Center »kollabiert« sei, ohne von einem der Flugzeuge getroffen worden zu sein.
Das Netzwerk fordert eine unabhängige internationale Untersuchungskommission zur Aufklärung der Ereignisse vor fünf Jahren. »Ein aufgeklärter, kritischer Journalismus ist für eine wirklich demokratische Gesellschaft so wichtig wie die Luft zum Atmen«, erklärte der dem Netzwerk angehörende TV-Journalist und Buchautor Ekkehard Sieker. »Gerade diese Art Journalismus ist insbesondere in der Folge der Attentate des 11. September 2001 weitgehend verlorengegangen.«
(jW)