| 11 programmatische Forderungen von Kommunisten und Sozialisten
für Ostdeutschland
Die am 3. Oktober 1990 annektierte DDR ist heute ein durch westdeutsche
Sonderbeamte überwachtes halbkoloniales Territorium der Bundesrepublik
Deutschland mit zerstörter Industrie, eingeschränkter Landwirtschaft
und verleumdeter Kultur. Deshalb erhebt die DKP, ausgehend von den Beschlüssen
des 15. Parteitages, folgende Forderungen zur Gewährleistung der
Lebensgrundlagen und zur Wiederherstellung der Würde der Ostdeutschen:
1. Verbot der westimportierten, in der DDR niemals existent gewesenen
Organisationen mit faschistischen, rasssistischen und ausländerfeindlichen
Zielen. Aburteilung und Enteignung ihrer Hintermänner und Geldgeber
entsprechend Art. 139 des Grundgesetzes. Konsequente Wiedereinführung
der antifaschistischen Lehrinhalte in allen Schulen, Hochschulen und Universitäten.
2. Schluß mit der entwürdigenden ungleichen Bezahlung der ostdeutschen
Arbeiter und Angestellten gegenüber ihren Westkollegen als Vorbereitung
des weiteren Sozialabbaus in den alten Bundesländern. Schluß
mit den ungleichen Renten und dem Rentenstrafrecht. Gleichstellung jetzt!
Nachzahlung der bei der Währungsunion enteigneten 50% der Geldvermögen
der DDR-Bevölkerung
3. Wiederaufbau einer leistungsfähigen Industrie, die zu spürbarer
Reduzierung der im Osten doppelt so hohen Massenarbeitslosigkeit führt
und die Abwanderung junger Fachkräfte und ihrer Familien eindämmt.
Keine weiteren Betriebsschließungen, Recht auf Arbeit statt Recht
auf Sozialalmosen!
4. Schaffung unangreifbarer juristischer Garantien für den Schutz
von Bodenreformland, Entlastung der Bauern in den LPG-Nachfolgebetrieben
von sogenannten Altschulden. Schutz des nach DDR-Gesetzen rechtmäßig
erworbenen Eigentums oder der Nutzungsrechte an Grundstücken und
Gebäuden.
5. Bereitstellung qualifikationsgerechter Arbeitsplätze für
die zwangsweise aus dem Arbeitsprozeß ausgegliederten Frauen und
Sicherung ihrer gleichberechtigten Bezahlung. Wiederherstellung der materiellen
Voraussetzungen für gleiche Berufschancen.
6. Stopp der Jugendentvölkerung durch Schaffung qualifizierter Ausbildungs-
und Arbeitsplätze für alle Jugendlichen. Rückkehr zu gleichen
Bildungschancen für alle, besonders für Arbeiter- und Bauernkinder.
7. Wiedereinführung der kostenlosen medizinischen Vorsorge und Behandlung.
Schluß mit der kommerziell bedingten Limitierung von Leistungen
des Gesundheitswesens.
8. Entlastung der Kommunen von sogenannten Altschulden. Wiederherstellung
zumutbarer Tarife für kommunale Dienstleistungen einschließlich
Nahverkehr und tragbarer Wohnungsmieten. Schluß mit dem massenhaften
Abriß der von der DDR errichteten Wohnungen und Gesellschaftsbauten.
9. Ungehinderte und unverfälschte Verbreitung der humanistischen
und realistischen DDR-Literatur und -Kunst. Rehabilitierung aller gemaßregelten
und "abgewickelten" Angehörigen der Intelligenz. Schluß
mit der Zerschlagung kultureller Einrichtungen. Hände weg vom Palast
der Republik! Wiederherstellung des erschwinglichen Zugangs aller Bevölkerungsschichten
zu Kultureinrichtungen und -schätzen.
10. Schluß mit der Rachejustiz! Rehabilitierung und Entschädigung
der wegen ihres Handelns in Übereinstimmung mit und zur Durchsetzung
von Gesetzen der DDR verurteilten Bürger. Beendigung der Diskriminierung
von Angehörigen der bewaffneten Organe der DDR. Säuberung der
Justiz von BRD-Richtern, die sich der Rechtsbeugung schuldig gemacht haben.
11. Ersatzlose Auflösung der inquisitorischen "Gauck-Birthler-Behörde".
Schließung aller Akten dieser Institution. Überprüfung
sämtlicher in der Gauck-Behörde jemals Beschäftigten auf
geheimdienstliche Verstrickung.
Diese Forderungen werden mit Blick auf die spezifische Situation im Osten,
aber zugleich im Interesse der einheitlichen und multinationalen Arbeiterklasse
in ganz Deutschland erhoben. Die gesamte Politik der Deutschen Kommunistischen
Partei ist auf die Wahrung dieser Interessen gerichtet.
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